Setting

Die DA wird durchgeführt als Einzeltherapie sowie als Paar-, Familien und Gruppentherapie. Die Einzeltherapie erfolgt sitzend oder im Liegen auf der Couch mit mehrmaligen Sitzungen pro Woche. Mit ihrem Grundverständnis eignet sich die DA für die Behandlung aller seelischen Störungen, wenn der Kranke motiviert, bereit und in der Lage ist, sich mit der eigenen Existenz und deren Konflikten auseinanderzusetzen.

Ausgangspunkt des daseinsanalytischen Krankheitsverständnisses ist das Existieren des Menschen. DA Psychotherapie versteht die seelischen Leiden als Weisen unfreien Existierens in Bezug auf die jeweilige Um- und Mitwelt. Existieren meint hier nicht das Vorhandensein (existieren) von etwas Wirklichem oder das Vorhandensein des menschlichen Lebewesens in seiner freien Verantwortlichkeit, sondern ist die Bezeichnung für die besondere Seinsweise des Menschen (Da-sein), die darin besteht, dass wir sind und zwar selber anwesend sind, in dem wir jeweils einen Weltbereich offen halten und uns aus ihm zu ihm verhalten (Freiheit).

Vorbedingung für die Aufnahme dessen was vorliegt ist die Erhellung der Grundstrukturen des Menschen überhaupt. Für diese Klärung braucht es eine phänomenologische Wesensschau, welche die Empirie durchdringt.

Das therapeutische Ziel der DA ist optimales sich Offenhaltenkönnen für den jeweiligen Weltbereich, Ermöglichung freien Existierens durch Freilegung des Daseins und seiner Dynamik, in der es um Sein oder Nichtsein, Leben und Tod geht, aber auch um unser eigenes Selbst-sein sowie das Sorgetragen für uns selbst und für Andere (Mit-sein) wie auch unsere Umwelt, alles belebte und unbelebte Nichtmenschliche, das uns im Offenen der Welt begegnet.

Das daseinsanalytische Setting variiert je nachdem, was die therapeutische Situation erfordert.

a) Setting bei der "aufdeckenden Behandlung":

Der/Die Therapeutin verhält sich in der Regel dabei abstinent. Das bedeutet nicht, dass sich dass der/die Daseinsalaytiker/in ohne Anteilnahme zurücklehnt, den/die Klienten/in distanziert-objektivierend beobachtet oder auf ihn/sie diverse Hypothesen projiziert. Abstinenz im daseinsanalytischen Sinn bedeutet eine emotionale Zuwendung des/der Therapeuten/in, die situationsgemäß soviel Abstand lässt, dass eine eigenständige Entwicklung möglich ist. Deshalb verstehen sich daseinsanalytische Therapeuten auch nicht als Animateure ihrer Patienten. Sie sind aber gegenwärtige und vorausschauende Begleiter, die selbst vom therapeutischen Geschehen betroffen sind.