DA Grundbegriffe

Im Zentrum steht das Sichverstehen des Menschen auf sein Dasein anstelle einer Deutung des Menschen als vernunftbegabtes Wesen (animal rationale), gespalten in einen Körper und in eine Seele (Psyche). Ausgangspunkt des daseinsanalytischen Krankheitsverständnisses ist das Existieren des Menschen. Existenz meint hier nicht das Vorhanden- oder Der-Fall-sein oder das bloße Vorhandensein des Menschen als eines Lebewesens, das sich nicht nur kognitiv, sondern auch frei und verantwortlich verhält, sondern bezeichnet die besondere Seinsweise des Menschen: das "Da-sein". Dieses besteht darin, dass wir selbst leibhaftig anwesend (da) sind, indem wir jeweils mit- und füreinander einen Weltbereich offen halten und uns selbst aus ihm und zu ihm zu verhalten haben (Freiheit). Zu diesem Sichverhalten gibt es kein Gegenteil. Daseinsanalytische Psychotherapie versteht die seelischen Leiden als Weisen unfreien Existierens in Bezug auf die jeweilige Um- und Mitwelt. Für die DA haben seelische Symptome einen Sinn, deren Klärung den Kranken zu sich selbst und dem Grund seines Leidens führt.

Existenzialien als Seinsweisen des Hervortretens des Menschen in die Offenständigkeit sind unter anderem Freisein, Räumlich- und Zeitlichsein, Geschichtlichkeit, Miteinandersein, Verstehen, Gedächtnis, Sprache (als Einheit von Rede, Schweigen und Hören), Gestimmtsein, Leiblichsein, Eigentlichkeit und Uneigentlichkeit, Verfallensein, Gewissen, das Wachen und Träumen, die Sorgestruktur des Daseins, seine Endlichkeit und Sterblichkeit. Einige dieser Existenzialien seien hier in Kürze vorgestellt.

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